So ist es ja immer…

… mit Umbaumaßnahmen.

Im Frühjahr sollen sie fertig sein, und dann dauert es und dauert es, und dann fällt überraschend der erste Schnee des Jahres und man fragt sich, wo denn bitteschön die Zeit hin ist und ist – huch! – schon wieder abgelenkt, weil man seine Winterjacke partout nicht finden kann. Lag die nicht… ?! Und ehe man sie gefunden hat, brüllt plötzlich jemand, der Osterhase sei dagewesen und die Eiersuche sei eröffnet.

Umbaumaßnahmen dauern immer länger, als man denkt.

Das gilt auch für meinen Blog.

Grob umrissen, aber nicht im Detail ausgetüftelt, war mir im letzten Jahr klar, dass ich meinem Blog eine neue Richtung geben möchte. Als Mamabloggerin hatte ich begonnen, konnte mich aber ungefähr zwei Jahre nach Blogstart mit vielen Themen, Trends oder Aufregern, die landauf, landab diskutiert wurden, nicht mehr identifizieren.

Vielleicht lag es daran, dass mir jeder missionarische Eifer bei Eltern- und Erziehungsthemen fehlt.

Mir ist wumpe, ob eine Mutter stillt oder nicht. Es regt mich nicht auf, dass einige Kinder mit vier Monaten in die Krippe kommen oder andere nie einen Kindergarten von innen sehen, weil die Eltern beschlossen haben, die Sprösslinge selbst zu betreuen. Vegetarische oder gar vegane Ernährung? Bitte, macht doch! Nein? Ihr grillt jeden Sonntag eine halbe Kuh? Guten Appetit!

Gute Blogtexte verlangen, dass man sich mit dem jeweiligen Thema gründlich auseinandersetzt und (im Idealfall)  eine gewisse Leidenschaft empfindet für das, über das man schreibt. Andernfalls kommt ein weichgewaschener oder uninformierter Text heraus, den nun wirklich niemand lesen will.

Mein Interesse an Elternthemen ist heute eines unter vielen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass sich der Fokus, der bei neuen Eltern ganz instinktiv und vollkommen berechtigerweise auf DEM BABY! und all seinen Bedürftnissen liegt, mit dem Heranwachsen des Nachwuchses proportional zu den Erfahrungen, die man sammelt, weitet.

Früher meinte man, die erste Beikost niemals ohne einschlägige Lektüre mindestens zweier Standardwerke füttern zu können. Die ganz pragmatische Erkenntnis, dass es für den weiteren Lebensverlauf des Kindes vollkommen irrelevant ist, ob man nun selbsteingekochte Pastinake oder selbsteingekauften Gläschenkarottenbrei anbietet, nährte die Vermutung, dass auch in anderen Lebensbereichen und -phasen Pragmatik eine gute Leitlinie in der Erziehung ist.

Elternthemen sind wichtig, ohne Frage, und dass sich Mütter und Väter über das Internet vernetzen und niemand mit seinen Fragen alleine bleiben muss, ist so begrüßenswert wie eine Großpackung Niederegger (=sehr begrüßenswert). Ich glaube nur nicht, die Diskussion hier entscheidend vorantreiben zu können, denn Pragmatik und hitzige Diskussionen über die passgenaue Länge der Kitaeingewöhnung passen wenig zusammen. Mein Beitrag wäre allenfalls: “Schaut einfach, wie es zu Euch und Eurem Kind passt”, und dieser Satz wäre meine Replik zu allen kontrovers diskutierten Themen: Brei, Windelwahl, Schnullerentwöhnung, Schlafrituale… You name it, I say it.

Ich habe es noch einmal versucht und in einem Elternblog letztens einen Aufregertext darüber gelesen, dass das Kindergartenkind von der Erzieherin am Morgen nicht persönlich mit Handschlag begrüßt wurde. Spätestens da habe ich gemerkt, dass die Mamablogosphäre nicht mehr mein Ort ist. Ich kann mich einfach nicht darüber aufregen, wenn mein Kind morgens nicht mit Handschlag begrüßt wird. Moment, ich versuch’s noch mal… Nein. Klappt einfach nicht. Herzfrequenz unverändert.

Ich hoffe, dass meine Leserinnen und Leser trotzdem gerne auf mamatanzt.com vorbeischauen, wenn sich der Inhalt in den kommenden Wochen neu ausrichtet. Der Stil bleibt der gleiche, versprochen!

Eure Anne

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