Mama schummelt sich durch, oder: Tricks mit Kind.

Janina hat eine Blogparade gestartet und fragt nach Strategien und Tricks im Alltag mit Kind.

Da kann ich ein bisschen was beitragen.

1. Die Rumpelstilzchen-Nummer: Wenn das Kind hinfällt / sich stößt oder sonstige Trottelfehler begeht, folgt in 95% der Fälle dieser kurze Augenblick, in dem es zu mir herüberschaut, um meine Reaktion auf den kleinen Unfall zu checken. Dann kommt mein großer Auftritt. Ich springe auf und ab, fuchtele wild mit den Armen und rufe immer wieder “Mist! Mist! Mist!”. Das muss unheimlich blöde aussehen, denn das Kind lacht sich jedes Mal scheckig. Eine Ablenkungsstrategie, die ich jedem empfehlen kann. (Vielleicht sollte ich Workshops anbieten.)

2. Die Ich-muss-wirklich-dringend-Nummer: “Ich bin dann mal im Bad, Herr Papakickt, übernehmen Sie!” verkünde ich und erhebe mich, denn : Ich brauche dringend ein paar Minuten für mich. Im Idealfall liegt interessante Lektüre bereits am stillen Örtchen. Andernfalls muss man improvisieren: Lesestoff lässt sich zum Beispiel unter einem Stapel Handtücher sicher ins Badezimmer schmuggeln. Die ganz Gewieften kriegen so auch ihren Laptop ins Bad. Merke: Auch wirklich im Bad ankommen. Nicht den schweren Gliedern nachgeben und aufs Bett fallen. Fliegt auf.

3. Die “Na, ausnahmsweise!”-Nummer: Das Kind darf nicht mit Kabeln spielen. Das Kind will unbedingt mit Kabeln spielen. Der Klassiker: Irgendwann gibt man nach. Spätestens, wenn man dringend, und ich meine DRINGEND, etwas Zeit für sich braucht. Natürlich behält man den Nachwuchs beim glückseligen Spiel mit dem heißersehnten Gegenstand im Auge. Währenddessen kann man aber endlich mit seiner Steuererklärung weiterkommen. Oder der Freundin zum Baby gratulieren.

4. Die Zweites-Frühstück-Nummer: Das Kind hat Hunger. Zu eigentlich noch nachtschlafender Zeit. Ich. Kann. Einfach. Noch. Nicht. Die Lösung: Es werden ein Brötchen und Milch ans Bett gereicht. Das Kind frühstückt – und schläft wieder ein. Zwei Stunden später sitzen wir zum zweiten Frühstück alle gemeinsam am Tisch. Ausgeschlafen.

5. Die Zahnputz-Nummer: Unser Kind hat erst die Notwendigkeit des Zähneputzens erkannt, seit ich (oder, wenn zugegen, die ganze Familie) mitputze. Erstmal verkünde ich feierlich: “So, jetzt darf ich mir ENDLICH die Zähne putzen!” Dann – putze ich mir die Zähne. Herr Papakickt, Oma, Opa und der Gastwissenschaftler, der zu Besuch ist, putzen gegebenenfalls mit, natürlich ihre eigenen Zähne. (Die maximale Gruppengröße der Zähneputzenden orientiert sich an der Raumgröße.) Die Zahnbürste des Kindes habe ich bereits präpariert, sie kommt kurz danach parallel zum Einsatz. Simultan mit zwei Bürsten in zwei Mündern Zähne zu putzen, muss man ein bisschen üben, klappt aber dann erstaunlich gut. (Vielleicht sollte ich Workshops anbieten. :) )

 

Liebe Janina, vielen Dank für den Start dieser schönen Blogparade!

Alle, die mitmachen möchten, sind herzlich eingeladen!

Mit Knicks:

Eure Anne

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4 thoughts on “Mama schummelt sich durch, oder: Tricks mit Kind.

  1. Oh liebe Anne, herrlich! Ich stelle mir gerade vor, wie Du auf dem Spielplatz stehst und deinem Kind das Rumpelstilzchen machst, weil es sich an der Rutsche gestoßen hat. Und alle Eltern starren schwer verwirrt zu Dir rüber. Oder ist die Nummer nur für den Hausgebraucht gedacht?
    LG Wiebke

    1. Absolut spielplatztauglich. Umstehende Kinder finden die Nummer nämlich auch amüsant, und das stimmt dann selbst die Mutter mit der Prada-Wickeltasche gnädig. :)

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