Mama macht was Neues #3, oder: Im Café.

Mein kleines Alltagsabenteuer heute:

Eine Stunde für mich allein im Café*, ohne Anhang, ohne Laptop, ohne Handy, ohne Buch.

Nur ich und mein Heißgetränk.

Bild 14

Werde ich tiefsinnige Gedanken fassen?

Wird mich bar jeder Ablenkung die Muse küssen?

Denkste.

Ich sitze bequem im Sessel, löffle unschuldig meinen Milchschaum und betrachte das Treiben vor dem Fenster, da steht plötzlich ein sehr gegelter Italiener vor mir.

Huch!

“Darfe iche miche setze?”

Verdaddert spucke ich Milchschaum und deute mit einer Geste, die aussehen muss, als wolle ich eine Dose Pfirsiche öffnen, auf den Platz gegenüber.

Man muss nun erwähnen, dass dieser Platz mitnichten der einzige freie Platz im Raum ist. Dank Kinderwagen, den ich üblicherweise vor mir herzuschieben pflege, bin ich lange raus aus dem Flirtgeschäft, aber eingedenk dieser Tatsache vermute ich Hintergedanken.

Huch!

Wir ergehen uns in leichter Konversation, ich spucke regelmäßig Milchschaum und dann fragt er: “Wolle wir nichte male eine Kaffee zusamme trinke?”

“Na, aber das machen wir doch gerade”, pruste ich (richtig, mehr Milchschaum) und höre mich leicht irre lachen.

Spätestens jetzt dämmert es ihm, dass die Frau ihm gegenüber offensichtlich nicht ganz in der Spur ist und es darum tunlichst angezeigt wäre, sich nach einem anderen Frühlingsflirt umzusehen. Er kramt sein Handy hervor, springt auf (“Musse zurucke inne die Uni!”) und ist weg.

Ich sinke zurück in den Sessel.

Super. Noch nicht mal elf Uhr durch und schon reif für ‘nen Lumumba.

Zurück zu Hause lacht sich Herr Papakickt krumm und schief über seine hochsouveräne Ehefrau und fleht mich an, mir einen Kaffee mit Milchschaum kochen zu dürfen, um die Szene nachzustellen. Als ich mich weigere, bietet er an, die Kleine gern noch für eine weitere Stunde zu übernehmen, wenn ich dafür verspreche, währenddessen noch so einen Brüller zu liefern.

Alltagsabenteuer N0.3 beweist also im Praxistest dreierlei: Flirten kann man verlernen, Tee ist im Zweifelsfall die bessere Getränkewahl, und Herr Papakickt ist ein ziemlich schadenfroher Charakter.

Mit Verbeugung:

Eure Anne

PS: Den Post morgen gibt es, so das Wetter mitspielt, nach Einbruch der Dunkelheit… #Mamamysteriös

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*proudly brought to me by Herr Papakickt, der die Lütte hütete.

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4 thoughts on “Mama macht was Neues #3, oder: Im Café.

  1. Wie geil ist das denn?! Hartnäckiger kleiner Kerl, da er ja nicht schon beim ersten Milchschaumspucken abgezogen ist. Aber wahrscheinlich siehst du auch noch beim Milchschaumspucken elegant und freundlich aus. Ick hätte den Italiener mit meinem Assi-Ostdeutsch bestimmt gleich vertrieben :-)

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